Alfred-Kunze-Sportpark

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Der Alfred-Kunze-Sportpark ist die ehemalige Heimstätte des FC Sachsen Leipzig. Die Anlage umfasst einen Hauptplatz sowie mehrere Nebenplätze. Das für 18.000 Zuschauer zugelassene reine Fußballstadion befindet sich in Leipzig-Leutzsch zwischen S-Bahnhof und Leipziger Auwald.

Zu DDR-Zeiten war die Spielstätte unter der Bezeichnung Georg-Schwarz-Sportpark bekannt. Am 27. Mai 1992 erfolgte die feierliche Umbenennung. Namensgeber Alfred Kunze gilt bis heute als der erfolgreichste Trainer des Leutzscher Vereins. Unter seiner Führung errang die damalige BSG Chemie Leipzig unter anderem den DDR-Meistertitel.

Nach der Wende wurde die Kapazität auf Grund von Umbaumaßnahmen von 22.000 auf 18.000 Zuschauer reduziert. Zur Verfügung stehen seitdem 927 Tribünen-, 2.721 Dammsitz- und 14.352 Stehplätze.

Geschichte

Im Jahre 1919 plante die damals noch eigenständige Gemeinde Leutzsch die Errichtung eines Sportareals mit einer Fläche von 36.410 m². Die Baumaßnahmen beliefen sich auf ca. ein Jahr, so dass im Sommer 1920 der Spielbetrieb aufgenommen wurde. Im Zuge der Eingemeindung Leutzschs ging die Anlage am 1. Januar 1922 in Leipziger Stadteigentum über.

In den 20er Jahren war das Areal Austragungsstätte verschiedenster Fußball-, Sport- und Arbeiterturnvereine. Auf Initiative des Turnvereins "Jahn" Leipzig-Leutzsch entstand in den Jahren 1925/1926 das noch heute erhaltene zweigeschossige Vereinsgebäude im Art-Déco-Baustil.

Im Rahmen der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten wurden die in Leutzsch ansässigen Vereine 1933 enteignet und liquidiert.

Dennoch blieb die Resonanz für das Gelände unter Arbeitersportlern groß. Seit 1935/1936 etwa spielte der FC-Sachsen-Vorgänger SV Tura 1899 Leipzig regelmäßig vor Rekordkulissen von bis zu - damals beachtlichen - 20.000 Zuschauern. Mit dem sich abzeichnenden Kriegsende schließt sich aber bald das Kapitel des SV Tura.

Auf Grund der politischen und gesellschaftlichen Umstrukturierungen nach stalinistischem Vorbild entstanden in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR neue Vereine. Fortan nutzten SG Leipzig-Leutzsch (1946 - 1949), ZSG Industrie Leipzig (1949/1950), BSG Chemie Leipzig (1950 - 1954), SC Lokomotive Leipzig (1954 - 1963) und erneut BSG Chemie Leipzig 1963 - 1990) die Sportanlage.

Alfred Kunze, der spätere Namensgeber, prägte als Trainer die erfolgreichsten Jahre des Areals. In den frühen 50er sowie in den 60er Jahren strömten im Schnitt bis zu 27.000 Zuschauer nach Leutzsch. In der Spielzeit 1963/64 errang Chemie Leipzig zur Überraschung der dirigistischen DDR-Sportfunktionäre den DDR-Meistertitel, in der Saison 1966/67 folgte der FDGB-Pokalsieg.

In den Jahren bis zur Wende wurden die Heimspiele vereinzelt - z. B. bei Lokalderbys gegen DDR-Vorzeigeclub und Erzrivale 1. FC Lok Leipzig - ins Zentralstadion verlegt.

Von 1990 bis Ende 2003 war der Georg-Schwarz- und später Alfred-Kunze-Sportpark Heimspielstätte des FC Sachsen Leipzig. Seit Anfang 2004 tragen die Leutzscher ihre Heimspiele im neugebauten Zentralstadion aus, als Trainingsgelände wird jedoch nachwievor der Kunze-Sportpark benutzt.

Bauzustand

Im Allgemeinen befindet sich das Stadion in baufälligem Zustand. Größere Rekonstruktionsmaßnahmen scheiterten stets an fehlenden finanziellen Mitteln sowie an der Nähe zum Naturschutzgebiet des Leipziger Auwaldes. Lediglich die Trainingsanlagen neben dem Hauptplatz wurden sukzessive ausgebaut. So verfügt der FC Sachsen heute unter anderem über einen Kunstrasenplatz.

Literatur

  • Fuge, Jens: 100 Jahre Fußball in Leutzsch. Westend, Leipzig 1999.
  • Fuge, Jens: Die Nummer 1 – 10 Jahre FC Sachsen Leipzig. Westend, Leipzig 2000.

Koordinaten: 51° 21' 29" N, 12° 18' 28" O



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