FIFA

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Dieser Artikel behandelt den Weltfußballverband; zum gleichnamigen Computerspiel siehe FIFA (Computerspiel).
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Abbildung des FIFA WM-Pokals auf einer deutschen Zuschlagbriefmarke anlässlich des Jubiläums 100 Jahre FIFA im Jahr 2004
Die Ukrainische Post gratulierte auch zum 100. Geburtstag mit vier Briefmarken

Die FIFA (Fédération Internationale de Football Association, dt. Internationale Föderation des Verbandsfußballs) ist der Weltfußballverband mit Sitz in Zürich. Er organisiert verschiedene Fußball-Wettbewerbe, darunter die Herren- und die Frauen-Fußballweltmeisterschaft. Derzeitiger Präsident ist der Schweizer Joseph S. Blatter. Die FIFA ist ein im Handelsregister eingetragener Verein im Sinne des Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches.

Am 29. Mai 2007 wurde in Zürich der neue Hauptsitz der FIFA eingeweiht. Der luxuriöse Bau kostete 240 Millionen Franken und wurde von der Architektin Tilla Theus entworfen.

Auf dem 57. FIFA-Kongress wurde der bisherige Slogan des Verbandes von „For the Good of the Game“ in „For the Game. For the World“ geändert.

Wettbewerbe

Die FIFA organisiert u. a. folgende Wettbewerbe:

Geschichte

Die FIFA wurde am 21. Mai 1904 in Paris gegründet. Gründungsmitglieder waren die nationalen Fußballverbände der Schweiz, Dänemarks, Frankreichs, der Niederlande, Belgiens, und Schwedens, wobei die Gründungsmitglieder in einigen Fällen nicht den heute existierenden Verbänden entsprachen. Spanien wurde nicht durch den Verband sondern von Madrid Football Club (dem heutigen Real Madrid) vertreten. Deutschland trat der FIFA noch im selben Jahr bei. In den nächsten Jahren kamen weitere nationale Verbände hinzu. Der erste große internationale Fußballwettbewerb fand während der Olympischen Sommerspiele 1908 in London statt. Auch im Rahmen der nächsten Olympischen Spiele wurde ein Fußballwettbewerb ausgetragen. Während des Ersten Weltkriegs geriet die Entwicklung ins Stocken; es konnten keine Spiele mehr ausgetragen werden und mehrere Verbände (z. B. England) traten aus der FIFA aus.

Nach dem Ersten Weltkrieg begann der große Aufschwung: Der neue Präsident Jules Rimet plante ab 1924 gemeinsam mit dem wohlhabenden Uruguayaner und Sportmäzen Enrique Buero ein Fußball-Weltturnier. 1930 schließlich wurde die erste WM veranstaltet. Als Rimet 1954 zurücktrat, fand bereits die fünfte Weltmeisterschaft statt und die FIFA zählte 85 Mitglieder. Die FIFA-Mitgliederzahl wuchs in den Folgejahren von Jahr zu Jahr. Vor allem in Kriegszeiten stellte der Fußball und somit auch die FIFA eine wichtige Verbindung zwischen den Nationen dar. Nach einer Statistik der FIFA von 1972 nahmen weltweit 16 Millionen Menschen, darunter 42.220 Berufsspieler am aktiven Fussballsport teil und organisierten sich in ca. 300.000 Vereinen. Die Zahl der Schiedsrichter wurde mit 243.596 angegeben. Der nächste große Schritt war die Erweiterung des Teilnehmerfeldes bei Weltmeisterschaften von 16 auf 24 (zur WM 1982) und später auf 32 Teams (zur WM 1998).

Verbände

Hauptartikel: Liste der FIFA-Mitglieder

Die FIFA besteht aus 208 Nationalverbänden. Diese müssen gleichzeitig Mitglied eines von sechs Kontinentalverbänden sein, jedoch sind zahlreiche Mitglieder der Kontinentalverbände – insbesondere der CONCACAF, CAF und der OFC – keine FIFA-Mitglieder.

Kontinentalverbände

Die sechs Kontinentalverbände des Weltfußballverbandes FIFA: AFC (Asien, Australien), CAF (Afrika), CONMEBOL (Südamerika), CONCACAF (Nord-, Mittelamerika, Karibik), OFC (Ozeanien), UEFA (Europa)

Die FIFA besteht aus folgenden sechs Kontinentalverbänden:

Die Kontinentalverbände bilden sich in der Regel nach geografischen Kriterien aus den FIFA-Mitgliedsverbänden. Ausnahmen bilden Guyana und Surinam, die trotz ihrer geografischen Lage in Südamerika Mitglied der CONCACAF sind. Mehrere asiatische Staaten (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Republik Zypern und Israel) sind in der UEFA organisiert, ebenso die Türkei und Russland, die Landesteile in beiden Kontinenten (Europa und Asien) haben. Australien verließ 2006 die OFC und wurde Mitglied in der AFC, um in Qualifikationsspielen gleichwertige Gegner für seine Nationalmannschaft zu bekommen.

Nationalverbände

Bis heute haben sich in der FIFA 208 Nationalverbände zusammengeschlossenen, zuletzt die Verbände von Montenegro, Osttimor und den Komoren. Allein zwischen 1975 und 2002 wurden 60 Verbände als Mitglieder aufgenommen.

Die Nationalverbände werden finanziell und logistisch über verschiedene Programme der FIFA unterstützt. Sie räumt ihnen eine Anzahl attraktiver Rechte und Privilegien ein. Allerdings ergeben sich aus der Mitgliedschaft auch Verpflichtungen: Als FIFA-Repräsentanten in ihrem Land müssen die Nationalverbände die Statuten, Ziele und Ideale der FIFA respektieren und den Sport dementsprechend bewerben und führen.

Organisation

FIFA-Präsidenten
Name Herkunftsverband Amtszeit
Robert Guérin Frankreich 1904 – 1906
Daniel Burley Woolfall England 1906 – 1918
Jules Rimet Frankreich 1921 – 1954
Rodolphe William Seeldrayers Belgien 1954 – 1955
Arthur Drewry England 1955 – 1961
Stanley Rous England 1961 – 1974
João Havelange Brasilien 1974 – 1998
Joseph S. Blatter Schweiz seit 1998

Die beiden wichtigsten Gremien der FIFA sind der Kongress und der Exekutiv-Ausschuss, dem der Präsident der FIFA vorsitzt. Weitere Gremien sind

  • Ausschüsse
  • Kontinentalverbände
  • Nationalverbände
  • Verwaltung
  • Rechtswesen und Disziplinarbereich

Kongress

Der Kongress ist das höchste Entscheidungsorgan des internationalen Fußballverbands. Bis 1998 kam er alle zwei Jahre zusammen, seit 1998 findet dieses Treffen der weltweiten Fußballfamilie jährlich statt. Dieser neue Zyklus erlaubt es dem Kongress, Entscheidungen über eine ständig wachsende Anzahl an Themen zu treffen.

Der Kongress trifft Entscheidungen bezüglich der Statuten und der Methoden, mit denen sie eingesetzt und angewendet werden. Der Kongress segnet auch den jährlichen Bericht ab, entscheidet über die Aufnahme neuer Nationalverbände und hält Wahlen ab, vor allem die der FIFA-Präsidentschaft. Jeder Nationalverband hat eine Stimme, unabhängig von seiner Größe oder Leistungsstärke im Fußball. Die Kongress-Abgeordneten werden allerdings nicht nach demokratischen Verfahrensregeln gewählt.

Exekutiv-Ausschuss

Der Exekutiv-Ausschuss setzt sich zusammen aus

  1. dem Präsidenten
  2. sieben Vizepräsidenten
  3. 16 Mitgliedern
  4. einem Beobachter und
  5. dem Generalsekretär (Geschäftsführer, der an allen Ausschusssitzungen von Amts wegen teilnimmt)

Auch ein Deutscher ist in diesem Gremium vertreten. Am 26. Januar 2007 wurde Franz Beckenbauer in das Gremium gewählt. Zuvor war Gerhard Mayer-Vorfelder Mitglied des Ausschusses, er kandidierte aber nicht für eine weitere Amtszeit.

Ausschüsse

Es gibt 29 ständige Ausschüsse und zwei operative Organe: den Disziplinar-Ausschuss und den Berufungs-Ausschuss. Die Ausschüsse spielen eine wichtige Rolle: sie treffen Entscheidungen bezüglich der Organisation von Turnieren und der Entwicklung des Fußballs im Allgemeinen. Die von den Ausschüssen getroffenen Entscheidungen werden vom Exekutiv-Ausschuss ratifiziert.

Ausschüsse und juristische Institutionen:

  1. Berufungskommission
  2. Büro Goal
  3. Bureau FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™
  4. Disziplinarkommission
  5. Dopingkontroll-Ausschuss
  6. Dringlichkeitskomitee
  7. Exekutivkomitee
  8. Finanzkommission
  9. Fußballkommission
  10. Interne Audit-Kommission
  11. Kommission für Ethik und Fairplay
  12. Kommission für Futsal
  13. Kommission für Frauenfußball und die Frauen-Fußballwettbewerbe der FIFA
  14. Kommission für rechtliche Angelegenheiten
  15. Kommission für Schiedsrichter und Schiedsrichter-Assistenten
  16. Kommission für den Status von Spielern
  17. Kommission für Technik und Entwicklung
  18. Kommission der Verbände
  19. Marketing- und Fernsehausschuss
  20. Medienkommission
  21. Organisationskommission für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft™
  22. Organisationskommission für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft
  23. Organisationskommission für den FIFA Konföderationen-Pokal
  24. Organisationskommission für die FIFA Junioren-Weltmeisterschaft
  25. Organisationskommission für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft
  26. Organisationskommission für die Olympischen Fußballturniere
  27. Sportmedizinische Kommission
  28. Strategiekommission
  29. Zentrum für medizinische Auswertung und Forschung der FIFA

Verwaltung

Das Generalsekretariat, das in Zürich rund 125 Mitglieder beschäftigt, ist für die Verwaltung der FIFA zuständig. An der Spitze steht der Generalsekretär, der dafür verantwortlich ist, dass die Entscheidungen des Exekutiv-Ausschusses umgesetzt werden. Weitere Aufgabenbereiche des Generalsekretariats sind die Belange der Finanzen, die Pflege internationaler Beziehungen, die Organisation des FIFA Weltpokals™ und die Organisation weiterer FIFA Fußball-Wettbewerbe. Das Generalsekretariat setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen, die sich mit den Themen Business, Entwicklung, Finanzen, Fußball-Verwaltung, Kommunikation, Personal, Services und Wettbewerbe befassen.

Sprachen

Offizielle Sprachen der FIFA sind Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. In diesen Sprachen werden sämtliche Satzungen, Vorschriften, Entscheidungen und ähnliches erstellt. Englisch dient darüber hinaus als offizielle Sprache für Protokolle und Korrespondenz. Für den Kongress gelten zusätzlich die drei Sprachen Arabisch, Portugiesisch und Russisch als offiziell.

Finanzen und Sponsoren

Von den Einnahmen aus lukrativen Werbeverträgen und Fernsehausstrahlungslizenzen werden jährlich hohe Teilbeträge an die Mitgliedsverbände weitergereicht. Den größten Teil dieser Umsätze erzielt die FIFA durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Allein durch die weltweiten Fernsehrechte an den Herren-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 nahm die FIFA 1,8 Mrd. Euro ein. Die FIFA forderte für die Ausrichtung der WM in Deutschland eine vollständige Steuerbefreiung, die ihr auch gewährt wurde.

Von 2003 bis 2006 erzielte die FIFA bei Erträgen von 3,328 Milliarden Franken einen Gewinn von 816 Millionen Franken. Allein 2006 wies sie einen Gewinn von 303 Millionen Franken aus und bezahlte dafür nur 1,06 Millionen Franken an Steuern, da die FIFA als nicht gewinnorientierte Organisation gilt und wie ein Verein besteuert wird. Etwa 70 Prozent der Einnahmen fließen in verschiedener Form wieder an den Fußball zurück.

Die 15 Offiziellen Partner der FIFA WM 2006 waren die weltweit aufgestellten Konzerne adidas, Anheuser-Busch, Avaya, Coca-Cola, Continental, Deutsche Telekom, Emirates, Fujifilm, Gillette, Hyundai, MasterCard, McDonalds, Philips, Toshiba und Yahoo!. Jedes dieser Unternehmen hatte rund 40 Millionen Euro bezahlt, um die Weltmeisterschaft exklusiv für Werbezwecke nutzen zu dürfen. Dazu zählte die Bandenwerbung in den Stadien ebenso wie die Nutzung des offiziellen WM-Logos – und das international. Die sechs sogenannten Nationalen Förderer – die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), OBI, die Versicherung Hamburg-Mannheimer, die Postbank, ODDSET und die Deutsche Bahn AG – zahlten lediglich 13 Millionen Euro, durften die WM aber auch nur innerhalb Deutschlands zu Werbezwecken nutzen.

Diese umfassende Kommerzialisierung des Fußballs durch die FIFA und ihre Sponsoren sorgt vielfach für Kritik, da der Verband die von ihm eingeforderten Vermarktungsprivilegien u. a. mit hartem gerichtlichen Vorgehen in Einzelfällen durchzusetzen bestrebt ist.

Hymne

Vor jedem von der FIFA organisierten Spiel ertönt beim Einlaufen der Schiedsrichter und Mannschaften auf das Spielfeld die von Franz Lambert komponierte FIFA-Hymne. Sie wird seit der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 gespielt.

Kritik

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Von vielen Seiten wird Kritik gegenüber der FIFA geäußert, da diese ihre Monopolstellung nach Meinung der Kritiker ausnutzt. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie dem Boxen, ist die FIFA der einzige Weltverband für den Fußballsport. Das rigorose Vorgehen der FIFA wird deutlich wenn Grundregeln des Verbandes durch Vereine oder Landesverbände in Frage gestellt werden. So drohte die FIFA bei einer Auseinandersetzung mit dem Grazer AK mit dem Ausschluss Österreichs von der EM 2008 im eigenen Land. Vor einem Jahr wurde der griechische Verband kurzfristig aus der FIFA ausgeschlossen.

Durch dieses Vorgehen haben Zeitungen und Experten folgende Kritiken geäußert:

  • „letzter Diktator Europas“ (Die Zeit)
  • „Dagobert-Duck-Kapitalismus“ (Indymedia)
  • „Besatzungsmacht“ (WiWo)
  • „Die Geldmaschine am Zürichberg“ (FAZ)
  • „totale Kommerzialisierung des Fußballs“ (Winfried Hermann, sportpolitischer Sprecher der Grünen in Deutschland)
  • „monopolistischer Verstoß“ (Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München)

Siehe auch

Literatur

  • Christiane Eisenberg; Pierre Lanfranchi; Tony Mason: FIFA 1904-2004 : 100 Jahre Weltfußball. Die Werkstatt Verlag, Göttingen 2004, 320 S. ISBN 3-89533-442-1
  • Marc-Philippe Weller: Die FIFA-Fußball-WM 2006 im Lichte des Privatrechts. In: Juristische Schulung. - 46 (2006), Bd. 46 (2006), 6, S. 497-502
  • Corina Luck: Arbitration in football: issues and problems highlighted by FIFA's experiences with the court of arbitration for sports. Schulthess, Polygraph. Verl., Zürich 2004. 114 S. (Zugl.: Zürich, Univ., Diplomarbeit, 2004) ISBN 3-7255-4905-2
  • Hans-Gert Bovelett: Rechtsprobleme der privaten Arbeitsvermittlung im Berufssport: dargestellt am Beispiel der Spielervermittlung im Profifußballbereich unter besonderer Berücksichtigung der "FIFA-Bestimmungen für Agenten der Spieler" vom 20. Mai 1994. Lang, Frankfurt am Main 2000. 170 S. (Zugl.: Rostock, Univ., Dissertation 1999; Europäische Hochschulschriften Reihe 2, Rechtswissenschaft 2938) ISBN 3-631-34901-7
  • Andrew Jennings: FOUL! The Secret World of FIFA: Bribes, Vote-Rigging and Ticket Scandals, Harper Collins 2006, ISBN 0007208111

Weblinks

 Commons: FIFA – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: FIFA – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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