Jupp Derwall

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Jupp Derwall (2004)

Jupp Derwall (eigentlich Josef Derwall; * 10. März 1927 in Würselen; † 26. Juni 2007 in St. Ingbert) war ein deutscher Fußballspieler und -trainer.

Karriere als Spieler

Als Spieler war er für den BV Cloppenburg (1949), Rhenania Würselen, Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf aktiv. Mit Aachen erreichte er 1953 das DFB-Pokalfinale, das allerdings gegen Rot-Weiss Essen mit 1:2 verloren ging; Derwall hatte den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt. 1954 bestritt er zwei Länderspiele, jedoch erst nach der gewonnenen Fußballweltmeisterschaft. Bei seinem ersten Spiel trug er die Nummer 10, die zuvor Fritz Walter getragen hatte.

Karriere als Trainer

Spielertrainer in der Schweiz

Er begann 1959 seine Trainerkarriere als Spielertrainer beim damaligen NLA-Aufsteiger FC Biel-Bienne in der Schweiz, den Trainerlehrgang absolvierte er an der Schweizerischen Sportschule in Magglingen in der Nähe Biels. Mit Biel wurde er in der Saison 1959/1960 Vizemeister. Eine Saison später, 1961, erreichte er mit den Bielern das Cupfinale, welches in eine Niederlage gegen den FC La Chaux-de-Fonds resultierte. Er wechselte daraufhin für die Saison 1962/1963 zum FC Schaffhausen, von wo er allerdings noch im gleichen Jahr als Trainer zu seinem ehemaligen Verein Fortuna Düsseldorf zurück nach Deutschland ging.

Deutsche Nationalmannschaft

Bei den Olympischen Spielen 1972, bei denen die „Amateurmannschaft“ der Bundesrepublik als Veranstalter gesetzt war, trainierte er eine mit Vertragsamateuren besetzte Mannschaft (u. a. mit dem späteren Meistertrainer Ottmar Hitzfeld und dem späteren Weltmeister und Bayern-Manager Uli Hoeneß), die in der Zwischenrunde an den A-Nationalmannschaften aus Ungarn und der DDR scheiterte.

Nach der Weltmeisterschaft 1978 wurde er Nachfolger von Helmut Schön als Bundestrainer, unter dem er bereits von 1970 bis 1978 als Assistenztrainer der Nationalmannschaft gewirkt hatte; Schön hatte seinen Rücktritt bereits vor der WM angekündigt. Seine Ägide begann mit der längsten Serie ohne Niederlage (23 Spiele); innerhalb dieser Serie lag mit zwölf Siegen die längste Siegesserie.

Derwalls größte Erfolge als Bundestrainer waren der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1980 in Italien und der 2. Platz bei der Fußballweltmeisterschaft 1982 in Spanien. In der Zeit als Nationaltrainer erhielt er auch von Max Merkel den Spitznamen „Häuptling ondulierte Silberlocke“.[1]

Nach dem frühen Ausscheiden in der Vorrunde der Fußball-Europameisterschaft 1984 durch ein 0:1 gegen Spanien trat der in einer bis dahin für einen Bundestrainer nicht üblichen Weise unter Druck geratene Jupp Derwall zurück. Derwall selbst hatte offenbar zunächst seine Tätigkeit fortführen wollen und schon von der Vorbereitung auf die anstehende Qualifikation für die WM 1986 gesprochen. Er war jedoch längst zur Zielscheibe der Boulevardpresse geworden und war obendrein heftigen Verbalattacken von Fußballanhängern in der Öffentlichkeit ausgesetzt, die in persönlichen Beleidigungen und Beschimpfungen gipfelten. In dieser Situation wurde ein Amtsverbleib Derwalls praktisch unmöglich und er gab als erster Bundestrainer überhaupt seinen Posten vorzeitig auf. Derwalls Nachfolger wurde Franz Beckenbauer.

Von 1984 bis 1988 trainierte Derwall Galatasaray Istanbul und gewann mit dem Verein zweimal die türkische Meisterschaft und einmal den türkischen Pokal, womit er in der öffentlichen Wahrnehmung wieder rehabilitiert wurde. Zudem hat Derwalls Engagement in der Türkei nicht unwesentlich zu einer bemerkenswerten Tradition beigetragen, wonach deutsche Fußballlehrer von türkischen Fußballvereinen über viele Jahre anscheinend bevorzugt unter Vertrag genommen wurden, wie an einer Anzahl von prominenten Beispielen deutlich wird: Horst Buhtz, Friedel Rausch, Jürgen Sundermann, Josef Piontek, Karl-Heinz Feldkamp, Holger Osieck, Reiner Hollmann, Reinhard Saftig, Christoph Daum, Herbert Neumann, Horst Hrubesch, Joachim Löw, Jürgen Wähling, Rüdiger Abramczik, Hans-Peter Briegel, Jörg Berger, Werner Lorant, Michael Skibbe. Er selbst erhielt 1989 die Ehrendoktorwürde der Universität Ankara.

Bis zuletzt schrieb Jupp Derwall als Kolumnist beim Fachmagazin „kicker“. Jupp Derwall verstarb am 26. Juni 2007 im Alter von 80 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in seinem Haus in St. Ingbert, Saarland. Zu seiner Beerdigung kamen Größen des Deutschen Fußballs wie Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und Joachim Löw.

Länderspiele

  • Zwei Länderspiele als Spieler von Fortuna Düsseldorf
  • 67 Länderspiele als Bundestrainer: 45 Siege, 11 Unentschieden, 11 Niederlagen

Ehrungen

Einzelnachweise

Weblinks

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