Karl Ramge

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Karl Ramge
Karl Ramge.png
Spielerinformationen
Voller Name Karl Ramge
Geburtstag 2. Dezember 1920
Geburtsort Mannheim, DeutschlandDeutschland Deutschland
Sterbedatum 23. August 2013
Sterbeort Plankstadt, DeutschlandDeutschland Deutschland
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
12/1930 - 06/1938 DeutschlandDeutschland SV Waldhof Mannheim
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
07/1938 - 1942
1942 - 1949
07/1949 - 06/1950
07/1950 - 06/1951
07/1951 - 06/1956
DeutschlandDeutschland SV Waldhof Mannheim
Kriegsgefangenschaft
DeutschlandDeutschland SV Waldhof Mannheim
DeutschlandDeutschland SV Schwetzingen
DeutschlandDeutschland FV 08 Hockenheim
60 (2)


1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
 Stand: 2. Dezember 2014

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Karl Ramge (* 2. Dezember 1920 (99) in Mannheim; † 23. August 2013 in Plankstadt) war ein deutscher Fußballspieler.

Karriere

Karl Ramge wurde am 2. Dezember 1920 auf dem Waldhof geboren und lernte in den Straßen des Mannheimer Arbeiterviertels das Kicken. Als junger Mann spielte er sogar noch mit dem legendären Otto Siffling zusammen.

Ramge war von 1938 - 1942 beim SV Waldhof Mannheim in der Gauliga Baden und wurde als rechter Außenläufer im Team eingesetzt. Sein erstes Spiel in der Gauöigaelf bestritt der damals 18-jährige am 22. Januar 1939 im Spiel beim Karlsruher FV. Weiterhin spielte er bei zehn Kreis- Stadt- sowie Verbandsauswahlspielen mit.

Ramge spielte mit seinem Cousin Seppl Erb, der damals als einer der besten Stürmer galt, sowie Ernst Heermann, Reinhold Fanz und Ludwig Günderoth in einem Team mit großen Namen. Auch Ludwig Siffling war einer jener Zeitgenossen, mit denen er in früher Jugend auf dem Fabrikgelände Kilthaus im Stadtteil Waldhof allem hinterlief, was irgendwie rollte. Lederbälle waren damals unerschwinglich. Es war die Geburtsstunde der "Waldhof-Buben".

Am Ende seiner Premierensaison, in der die Gauliga Baden in drei Gruppen aufgeteilt war, ging er mit seiner Mannschaft als Meister aus der Gruppe Nordbaden hervor, wie auch aus der sich anschließenden Endrunde um die Gaumeisterschaft Baden. Diese beiden Erfolge vermochte seine Mannschaft auch am Ende der Saison 1941/42 und 1943/44 zu wiederholen. 1945 gewann er mit seiner Mannschaft letztmals die Meisterschaft im Gau Baden.

Trotz der regionalen Erfolge kam er lediglich in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1939/40 zum Einsatz. Die Meisterschaft wurde in vier Gruppen zu je drei bzw. vier Mannschaften ausgetragen, aus der die jeweiligen Sieger die beiden Halbfinalspiele bestritten. Er bestritt zunächst alle sechs Spiele der Gruppe 4, schloss diese mit seiner Mannschaft als Sieger ab und zog mit ihr ins Halbfinale ein. In diesem unterlag der SV Waldhof Mannheim am 21. Juli 1940 in Stuttgart dem FC Schalke 04 mit 1:3. Er bestritt daraufhin auch die beiden Spiele um Platz 3. Da die erste Begegnung mit dem SK Rapid Wien am 21. Juli mit dem Ergebnis von 4:4 nach Verlängerung keinen Sieger hervorgebracht hatte, wurde diese Begegnung eine Woche später wiederholt und mit 2:5 verloren.

In dem seit 1935 neu geschaffenen Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften um den Tschammerpokal, kam er 1939 in acht Spielen zum Einsatz. Sein Debüt gab er am 20. August 1939 beim 1:0-Erstrunden-Sieg über den SK Admira Wien. Anschließend bestritt er weitere sieben Spiele einschließlich der zwei notwendig gewordenen Wiederholungsspiele des Halbfinales und des Finales. Das am 28. April 1940 im Berliner Olympiastadion ausgetragene Finale endete mit der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. "Waldhofs linker Läufer Ramge gefiel mir ausgezeichnet. Er ist ein wenig schlaksig, aber technisch und taktisch durchaus auf der Höhe" berichtete der "Kicker".[1] Als Dank fiel die damals übliche Entlohnung - pro Punktspiel gab es 3,50 RM - um ein Vielfaches höher aus. Sein letztes von drei Pokalspielen endete am 24. August 1941 mit der 0:1-Achtelfinal-Niederlage gegen den SK Admira Wien.

Im Oktober 1940 wurde Ramge zum Kriegsdienst berufen und musste in die Mannheimer Kaserne einrücken. Im Mai 1945 geriet er in russische Kriegsgefangenschaft, die er in Minsk verbringen musste. Erst 1949 wurde er entlassen. Nach der Rückkehr kam er 1949-1950 in der Oberliga Süd, eine der von zunächst drei, später auf fünf erweiterten höchsten deutschen Spielklassen, unter Trainer Fritz Rebell zum Einsatz. Seitdem lebte er in Oftersheim.

Zum Ende seiner Karriere spielte er möglicherweise 1950/51 beim Spielklassenneuling SV Schwetzingen in der seinerzeit drittklassigen 1. Amateurliga Nordbaden. Dem schlossen sich fünf Jahre im Trikot des FV 08 Hockenheim an, wobei er mit den Rennstädtern bis in die Endrunde der deutschen Amateurmeisterschaft vordrang.[2]

Der gelernte Kaufmann verstarb im Alter von 92 Jahren in einem Seniorenheim in Plankstadt.


Gegen Schalke vor 100 000 Fans

Ein 0:0 beim "Club" genügte, um erstmals ins Halbfinale einzuziehen. Gegen den späteren Meister Schalke 04 (1:3) war Endstation. Immerhin: Vor 100 000 Zuschauern kämpften die "Buben" wenige Wochen später im Berliner Olympiastadion gegen Rapid Wien um Platz drei. Das 4:4 blieb unvergesslich. Bei der Wiederholung setzte sich Wien mit 5:2 durch.

Volkshochschule, Kriegswirren, kaufmännische Ausbildung und später die Tätigkeit beim Elektronikkonzern Philipps, Hochzeit mit Ehefrau Hildegard, mit der er drei Töchter großzog, sowie nach der Rückkehr aus Russland weitere Einsätze für den SVW und 08 Hockenheim - doch bereits Anfang der 50er Jahre musste Ramge seine Fußballschuhe an den Nagel hängen. Nazi-Diktatur und Gefangenschaft hatten körperlich ihre Spuren hinterlassen.

Quelle: Mannheimer Morgen vom 02.12.10

Vereinsspiele

Liga Jahr Verein Spiele Tore
Gauliga Baden 1938-1939 SV Waldhof Mannheim 4 0
Tschammerpokal 1938-1939 SV Waldhof Mannheim 1 1
Gauliga Baden 1939-1940 SV Waldhof Mannheim 15 0
Deutsche Meisterschaftsrunde 1939-1940 SV Waldhof Mannheim 9 0
Tschammerpokal 1939-1940 SV Waldhof Mannheim 8 0
Gauliga Baden 1940-1941 SV Waldhof Mannheim 15 0
Gauliga Baden 1941-1942 SV Waldhof Mannheim 6 1
Gauliga Baden 1942-1943 SV Waldhof Mannheim 2 0

Bilder

Einzelnachweise

  1. "Kicker" Nr. 18 vom 30.4.1940, Seite 8
  2. Er war ein echter "Waldhof-Bub" morgenweb.de vom 30.8.2013, abgerufen am 13. Dezember 2019

Literatur

  • Andreas Ebner: Als der Krieg den Fußball fraß“. 2016, ISBN 978-3-89735-879-9

Weblinks



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