Liga (DDR-Fußball)

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Als Fußball-Liga oder kurz Liga wurde von 1950 bis 1991 die zweithöchste Spielklasse im Deutschen Fußballverband der DDR (DFV) bezeichnet. Sie diente als Unterbau der Fußball-Oberliga.

Das Leistungsgefälle zwischen Oberliga und Liga wurde besonders ab Mitte der 1960er Jahre recht groß, da in der Oberliga hauptsächlich die „reinen“ Fußballklubs spielten, welche vom Staat innerhalb der Sportförderung unterstützt wurden.

Entstehung ( -1950)

Nach der Zwangsauflösung der ostdeutschen Sportvereine zum 1. Januar 1946 (siehe DDR-Fußball) wurde von der Sowjetunion zunächst nur das lokale Fußballspiel zugelassen, sodass überregionale Ligen erst im Jahre 1949 gegründet werden konnten. Da die sowjetische Besatzungszone nach dem 2. Weltkrieg vorerst in die fünf Länder Mecklenburg, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Sachsen und die Stadt Berlin aufgeteilt worden war, bot es sich demzufolge an, in gestaffelten Landesligen zu spielen. Dieser Unterbau erschien für die 1949 ebenfalls ins Leben gerufene DS-Oberliga jedoch als zu groß und schwerfällig, weshalb man 1950 die zweigleisige DDR-Liga schuf; die Landesligen rückten ins dritte Glied.

Die ersten Jahre (1950-1955)

In der ersten Saison 1950/1951 wurde in zwei Staffeln mit jeweils zehn Teams gespielt. Die Meister der Nord- und Südstaffel stiegen direkt in die Oberliga auf, die Aufsteiger in die DDR-Liga wurden vorerst aus den Meistern der Landesligen rekrutiert. Doch schon im Juli 1952 wurde die DDR neu strukturiert und es entstanden die Bezirke Rostock,Schwerin, Neubrandenburg, Magdeburg, Potsdam, Berlin, Frankfurt, Erfurt, Halle, Leipzig, Dresden, Cottbus, Suhl, Gera und Karl-Marx-Stadt. Die Bezirksligen waren geboren, die Landesligen abgeschafft. Da es von der Saison 1952/53 an nun 15 Meister gab, aber weiterhin nur 6 Aufstiegsplätze in die beiden DDR-Ligen, wurde kurzerhand eine Zwischenrunde ersonnen. Dabei spielten jeweils fünf Meister in einer Gruppe (Ligasystem ohne Rückspiel) und die ersten beiden jeder Gruppe wurden dann in die DDR-Liga eingegliedert.

Die Zahl der DDR-Liga-Mannschaften je Staffel erhöhte sich indes erst auf 12 (1951/52) und dann auf 13 (1952/53) bzw. 14 (1953/54). Ab der Saison 1954/55 wird in drei Staffeln à 14 Teams gespielt.

I. und II. Liga, Spieljahresumstellung (1955-1964)

Nach der Saison 1954/55 wurden die drei Staffeln der DDR-Liga zu einer neuen, 14platzigen, eingleisigen I.DDR-Liga zusammengelegt. Die übrigen Mannschaften kamen in die beiden regionalen Staffeln der neu geschaffenen II.DDR-Liga. Des Weiteren wurde 1955 nach russischem Vorbild das Spieljahr dem Kalenderjahr angepasst, weshalb im Herbst eine Zwischenrunde ohne Rückspiel, Auf- und Abstieg ausgetragen werden musste. Am Aufstiegsmodus der Bezirksligameister änderte sich jedoch nichts.

Ab der Saison 1958 fuhr die II.Liga fünfgleisig um den hohen finanziellen Aufwand, welcher den Vereinen durch Reisekosten entstand zu verringern. Die jeweils ersten 3 der Bezirksligen 1957 lösten somit ein Ticket für die II.Liga. Um den Aufstieg in die I.Liga kämpften nun abermals die Meister, diesmal allerdings der II.Ligen. Die ersten Beiden stiegen in die I.Liga auf und wurden nach Ligasystem ohne Rückspiel ermittelt.

1961 entschied man sich auf den Saisonmodus nach Sommerjahr zurückzuwechseln und spielte deshalb in der Saison 1961/62 mit Heim-, Auswärts- und Spiel auf neutralem Platz. Die damit verbundene Hoffnung, die Begeisterung in bisher "unerschlossenen" Gegenden des Landes zu entfachen, erfüllte sich jedoch nicht.

Dennoch entschließt man sich die I.Liga ab der Saison 1962/63, als zweithöchste Spielklasse, wieder in zwei Staffeln auszuspielen, sodass nur die Meister in die Oberliga aufsteigen können. Die jeweils ersten 3 der II.Ligen 1961/62 steigen zum Auffüllen der plätze in die I.Liga auf. Nach der Saison 1962/63 wird die II.Liga jedoch endgültig abgeschafft und die Bezirksliga wird wieder dritthöchste Spielklasse. Dafür werden die beiden DDR-Ligen ab 1963/64 auf 16 Mannschaften aufgestockt, was allen II.Liga-Meistern einen Platz in den DDR-Ligen sichert. Die übrigen drei Plätze werden jeweils unter den Absteigern der I.Liga, den Vize-Meistern der II.Liga und den Bezirksligameistern ausgespielt.

Die späten Jahre (1964-1989)

Während der nächsten Jahre blieb die Liga von größeren Änderungen verschont und es bildeten sich sogenannte Fahrstuhlmannschaften wie Aktivist Schwarze Pumpe heraus - 3 Auf- und Abstiege zwischen '64 und '71. Wenngleich der "letzte Abstieg" ein Ausschluss wegen Bestechung gewesen war, der auch Stahl Eisenhüttenstadt traf. Ansonsten sind 1971 alle DDR-Ligisten in jener verblieben, da sie von zwei auf fünf Staffeln aufgestockt worden ist. Über den Aufstieg freuen konnten sich dieses mal alle Bezirksligameister und -vizemeister. Aufgrund der Ausschlüsse, starteten jedoch trotzdem zwei Staffeln lediglich mit 11 Teams, die anderen drei mit 12. Der Aufstieg in die Oberliga wird abermals über eine Zwischenrunde ausgespielt, in der die Meister in Gruppenspielen gegeneinander antreten, dieses mal jedoch mit Hin- und Rückspiel - die ersten Beiden qualifizieren sich wie gehabt für die Oberliga.

Nach Ende der Saison 1975/76 müssen alle II. Mannschaften in die Bezirksliga zwangsabsteigen, um die Attraktivität der DDR-Liga zu steigern. Immerhin sind in zwei der fünf DDR-Ligen Ersatzmannschaften Meister geworden.

Wieder kehren einige Jahre der Ruhe ein, und Vereine wie Chemie Schwarza (aus Rudolstadt) machen dem Begriff Fahrstuhlmannschaft erneut alle Ehre (3 Auf- und Abstiege zwischen '72 und '79).

Bis man sich 1984 doch wieder für eine zweigleisige Liga entscheidet. Dieses mal mit 18 Mannschaften je Staffel, welche sich aus den jeweils ersten 6 der bisherigen DDR-Ligen und den durch Qualifikationsspielen ermittelten 6 Bezirksligameistern zusammensetzen.

Die Wendejahre (1989-1991)

Nach dem Mauerfall werden einige Mannschaften zurückgezogen, andere lösen sich bereits auf.

1990 erfolgt die Umbenennung der DDR-Liga in NOFV-Liga, welche schließlich 1991 mehr oder weniger geschlossen in die NOFV-Oberligen Nord, Mitte und Süd übergeht.

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