Pressebericht 27.11.2013 Hauptversammlung

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Waldhofs Schulden steigen weiter

Die Mitglieder des SV Waldhof haben Präsident Steffen Künster für drei weitere Jahre das Vertrauen geschenkt. Bei der Hauptversammlung des Vereins im Franziskussaal am Speckweg entfielen gestern Abend 102 der insgesamt 131 abgegebenen Stimmen auf den 50-jährigen IT- und Werbekaufmann. In der Führungsriege bestätigt wurden auch Vizepräsident Klaus Hafner (Sport/Jugend) sowie der für Finanzen, Geschäftsstelle und Fanarbeit verantwortliche Klaus-Rüdiger Geschwill.

In der knapp zweistündigen Versammlung erklärte Künster in seinem Geschäftsbericht, dass das oberste Ziel des Vereins die wirtschaftliche Konsolidierung bleibe. Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres am 30. Juni 2013 wies der SVW Gesamtverbindlichkeiten von 1,3 Millionen Euro aus, knapp 480 000 Euro mehr als im Vorjahr. Wie Künster und auch Schatzmeister Geschwill erklärten, seien verschiedene nicht vorhersehbare Ursachen hierfür verantwortlich. Darunter unter anderem Abschreibungsbeträge von rund 280 000 Euro, ein Mehraufwand von 90 000 Euro für nicht einkalkulierte Sicherheitsauflagen bei Heimspielen, der Ausfall einiger Kleinsponsoren (30 000), nicht erreichte Zuschauereinnahmen (50 000) oder der Anstieg von Energiekosten (25 000).

Nicht in den Geschäftsbericht fiel der Ausfall des letztjährigen Hauptsponsors Parkplan AG. Hierzu merkte Künster an: "Das Unternehmen hat in der Vorsaison den vereinbarten Betrag voll bezahlt." Ungeachtet der Mehrverschuldung ist Künster zuversichtlich, das "laufende Geschäftsjahr zum Ende der Saison mit einer schwarzen Null beenden zu können." Die Versammlung verlief unter dem Strich ruhig und sachlich. Als Aufsichtsratsmitglied wurde Thomas Pröckl bestätigt.


Quelle: © Mannheimer Morgen, Donnerstag, 28.11.2013


„Es gibt keine Zeitvorgabe“

Seit dem 16. Dezember 2010 steht der SV Waldhof unter der Führung von Präsident Steffen Künster. Bei der heutigen Mitgliederversammlung (19.07 Uhr) im Franziskussaal am Speckweg stellen sich der Vereinschef und seine beiden Mitstreiter Klaus Hafner wie Klaus-Rüdiger Geschwill erneut dem Votum der Mitglieder. Eine Gegenkandidatur ist nicht zu erwarten. Im Interview mit unserer Zeitung zieht Künster eine Bilanz der abgelaufenen drei Jahre.

Herr Künster, wie fällt Ihr Fazit nach Ihrer ersten Amtszeit als Chef des SV Waldhof aus?

Steffen  Künster: Ich denke, wir können auf viel Arbeit zurückschauen. Es wurde viel erreicht, wenngleich wir noch nicht überall am Ziel sind.

Könnten Sie das konkretisieren?

Künster: Wir haben klare Ziele definiert, an denen wir uns messen lassen wollen. Sicherlich mussten wir das eine oder andere anpassen, weil uns aktuelle Geschehnisse in die Quere gekommen sind, die zum Beispiel nicht förderlich waren, weitere Sponsoren zu generieren. Der Verlust des früheren Hauptsponsors Parkplan AG tut weh. Die negative Berichterstattung der Medien in den vergangenen Wochen war auch nicht förderlich. Wir warten immer noch auf das vereinbarte Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund, an dem wir weiter dran sind. Das sind alles Punkte, die uns etwas zurückgeworfen haben. Damit können wir aber umgehen.

Stichworte wie "Marke, Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit" zu optimieren standen bei ihrem Amtsantritt ganz oben. Was hat sich getan?

Künster: In diesen Dingen sind wir einen guten Schritt vorangekommen. Es wurde hier drei Jahre professionell gearbeitet. Das Vertrauen in den SVW ist zurückgekehrt. Wir begrüßen beispielsweise Aktionen wie die Gründung des Vereins "Waldhof-Fans gegen Gewalt". Das sind alles Schritte, um künftig besser aufgestellt zu sein.

Ist es gelungen, den Sponsorenpool des SVW in dieser Zeit auszubauen?

Künster: Wir können positiv berichten, dass wir unsere Sponsorenstrukturen nicht nur gefestigt, sondern ausgebaut haben. Das wird man an den Zahlen sehen. Der Ausfall des Hauptsponsors fällt noch nicht ins Berichtsjahr. Aber auch hier werden wir die Mitglieder über den aktuellen Stand informieren. Darauf haben sie Anspruch. Aufgrund unserer konservativen Planung konnten wir aber einiges auffangen. Als Beispiel nenne ich das Charity-Event am 1. Dezember, dessen Erlös aus SVW-Sicht in unsere Jugendarbeit fließt. Auch der Verein hat hier einen Eigenanteil im fast sechsstelligen Bereich zu erbringen. Gelder, die wir nach dem Ausfall von Parkplan AG in diesem Bereich hätten abzwacken müssen.

Im Sommer gab es einigen Wirbel um die Personalie Jürgen Kohler. Wie ist das genau mit ihm gelaufen?

Künster: Es war immer klar, dass Kohler uns bis zum Saisonende am 30. Juni kostenlos zur Verfügung steht. Wir hätten ihn auch gerne darüber hinaus behalten. Damit wären allerdings Kosten angefallen. Man darf nicht vergessen, dass Jürgen Kohler mit seiner Familie in der Nähe von Bonn wohnt. Es war auch damals klar, dass wir wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet sein würden. Jürgen Kohler sagte von sich aus: "Setzt das Geld gezielt für professionelle Strukturen und die erste Mannschaft ein."

Wie hat sich das Verhältnis des Vereins zur Stadt entwickelt?

Künster: Zufrieden darf man nie sein. Aber die Kontakte sind besser geworden. So gab es viele gute Gespräche, gerade mit Oberbürgermeister Kurz. Ich glaube zu spüren, dass die Stadt mehr und mehr hinter uns steht und ein offenes Ohr für unsere Belange hat. Trotzdem müssen wir an dieser Stellschraube weiter drehen, um mit der Stadt und der Wirtschaft nächste Schritte zu gehen.

In Sachen Aufstieg gab es zuerst einen Fünf-, dann einen Dreijahresplan. Wie ist der aktuelle Stand?

Künster: Das Ziel bleibt der angestrebte Weg nach oben. Unser Anspruch ist es aktuell, in der Regionalliga vorne dabei zu sein. Wir mussten - auch vor dem Hintergrund der genannten Rückschläge - einigen Tribut zollen. Das war auch ein Lernfaktor für das gesamte Präsidium. Eine zeitliche Vorgabe werden wir deshalb nicht mehr machen.

Was ist das wichtigste Nahziel?

Künster: Wir müssen die Finanzen in Ordnung halten. Davon hängt für den Verein alles ab. Das ist und bleibt das Wichtigste.

Haben Sie jemals bereut, Präsident zu sein?

Künster: Sicher gab es solche Momente. In der Führung haben wir auch Fehler gemacht. Aber die macht jeder. Wir haben uns immer wieder zusammengerauft. Das ist letztlich entscheidend.

Quelle:© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 27.11.2013



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