Spielbericht: 5. Spieltag 09/10 SV Waldhof - 1.FC Kaiserslautern II

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SV Waldhof Mannheim 07 0:2 1. FC Kaiserslautern II
Waldhof Mannheim 5. Spieltag
Mittwoch, 2. September 2009, 18:00 Uhr MESZ, Carl-Benz-Stadion

Endstand 0:2 (0:2)

Zuschauer: 10.023
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden), Assistenten: Weichert (Bensheim), Kühlmeyer (Holzhausen)

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Startelf:

Knödler - Hartmann, Kirschner, Geissinger, Schwall - Jüllich, Ginter - Burgio, Rummenigge, Pandong - Reule - Trainer: Walter Pradt

Einwechslungen:

46. Hock für Rummenigge
46. Reith für Burgio
78. Benincasa für Jüllich

Reserve: Strauch (Tor), Rebholz, Socher, Haag

Startelf:

Trapp - Becker, Reuter, Buchner, Saiti - Correia - Stulin, Abel - Pinheiro - Zellner, Galm - Trainer: Alois Schwartz

Einwechslungen:

88. Akcam für Galm

Reserve: Knaller (Tor), Nazarov, Olbrich, Marz, Klinger, Wooten


Yellow card.png Reule
Tor 0:1 Abel (17.)
Tor 0:2 Zellner (38.)

Yellow card.png Stulin

Bericht:

Von schweren Ausschreitungen ist das Regionalliga-Derby zwischen dem SV Waldhof und der U-23-Auswahl des 1. FC Kaiserslautern begleitet worden. Der 2:0 (2:0)-Sieg der Pfälzer nach Treffern von Mathias Abel (17.) und Steven Zöllner (37.) rückte vor 10 023 Besuchern im Carl-Benz-Stadion in den Hintergrund. In der 56. Spielminute unterbrach Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) für 20 Minuten die Partie, weil im Gäste-Fanblock wiederholt bengalische Feuer und Raketen gezündet wurden.

Was sich zuvor abspielte, bekamen nur die wenigsten der Besucher mit: "Kurz vor der Halbzeit kamen rund 150 bis 200 Waldhof-Anhänger hinter der Südtribüne zusammen, rannten Richtung Gäste-Fanblock und bewarfen Polizeibeamte über einen Sicherheitszaun mit Steinen, Ästen, Feuerzeugen und vielen anderen Gegenständen. Daraufhin mussten wir einschreiten", berichtet Polizeipressesprecher Martin Boll.

Büsche in Brand gesetzt

Provoziert davon, standen rund 1300 FCK-Fans dem in nichts nach. Schon in der Pause musste die Feuerwehr einen Brand in einem Gebüsch hinter der Westtribüne löschen. Über den Stadionsprecher drohte Welz zu Beginn der zweiten Halbzeit, im Wiederholungsfall die Partie abzubrechen. Kurz nach dem Wechsel (56.) schickte er die Spieler für 20 Minuten in die Kabinen, nachdem FCK-Fans erneut bengalische Feuer zündeten. Als sich die erhitzten Gemüter beruhigt hatten, konnte die Partie regulär beendet werden.

Scharfe Kritik äußerte Waldhof-Coach Walter Pradt am DFB: "Es ist Dummheit pur, ein solches Spiel, dessen Brisanz bekannt ist, an einem Tag anzusetzen, an dem die Zweitligamannschaft von Kaiserslautern nicht spielt. Da sollten sich einige Leute mal Gedanken machen. Dann hätte vieles von dem, was sich heute abgespielt hat, vermieden werden können. Jetzt sind die beiden Vereine wieder die Verlierer. Diesem Mob kann kein Klub Herr werden."

Auch SVW-Geschäftsführer Andreas Laib war fassungslos: "Wir werden uns mit allen Verantwortlichen, auch der Polizei, zusammensetzen. Dann wird es eine Stellungnahme an den DFB geben. Momentan fehlen mir noch die Worte", äußerte er zu Konsequenzen.

Auch nach Spielende waren die Polizeikräfte schwer damit beschäftigt, die randalierenden Fans zu kontrollieren. Zwei Hundertschaften waren am Hauptbahnhof bemüht, die Fan-Lager bei der Abreise der FCK-Fans zu trennen und die kritische Situation zu entschärfen, das Areal war weiträumig abgesperrt. Rettungsdienste hatten alle Hände voll zu tun und berichteten von mehreren Verletzten, das THW leuchtete die Umgebung taghell aus. Mindestens ein Molotow-Cocktail wurde geworfen, erst spät in der Nacht beruhigte sich die Lage.

Im Spiel selbst hatte Pradt versucht, das Offensivspiel zu forcieren. Giuseppe Burgio und Roger Pandong hinter der einzigen Spitze Daniel Reule sollten das Spiel über die Außen schneller machen: "Leider ist diese taktische Umstellung nicht aufgegangen. Der FCK hat uns früh den Schneid abgekauft und ist als verdienter Sieger vom Platz gegangen", resümierte Pradt.

Quelle: Mannheimer Morgen - 03. September 2009


Konsequenzen: Nach Ausschreitungen müssen SV Waldhof und 1. FC Kaiserslautern mit hohen Geldstrafen rechnen / DFB ermittelt

Pradt: Das sind Kriminelle

Von Roland Bode

Mannheim. Am Morgen danach bietet sich rund um das Carl-Benz-Stadion ein Bild der Verwüstung. Waldhof-Geschäftsführer Andreas Laib ist der Erste, der sich am Vormittag einen Eindruck vom Ausmaß der Schäden nach den schweren Krawallen beim Skandalspiel des SV Waldhof gegen den 1. FCK II macht. Randalierer verbrannten rund 20 Sitzschalen, beschädigten den Schutzzaun und verwandelten sämtliche Toiletten unterhalb der nur für sie und Ordnungskräfte zugängigen Tribüne in eine Trümmerlandschaft. "Das ist organisierter Vandalismus. Mit Fußball hat das nichts mehr zu tun. Schon gar nicht, wenn die eigene Mannschaft 2:0 führt", sagt Laib.

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In den kommenden Tagen will sich Laib mit Sicherheitsdienst und Polizei austauschen, um die aufgetretenen Probleme zu analysieren. Einen Protest gegen die Wertung des Spiels habe der Verein nicht eingelegt. Dieser hätte auch keine Chance auf Erfolg gehabt. "Es gibt keine Regel, die vorschreibt, wann im Fall von eingesetzter Pyrotechnik ein Spiel abgebrochen werden muss", erklärt Hans-Jürgen Pohl, stellvertretender Schiedsrichter-Obmann im Fußballkreis Mannheim: "Ansagen eines Stadionsprechers sollen zwar den Druck erhöhen, sich diszipliniert zu verhalten. Letztlich liegt ein Spielabbruch aber nur im Ermessen des Schiedsrichters. Seine wichtigste Aufgabe ist, ein Spiel zu Ende zu führen", meint Pohl weiter.

Der DFB-Kontrollausschuss hat unterdessen wie erwartet Ermittlungen eingeleitet. Beide Klubs werden nun zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert und müssen mit hohen Geldstrafen rechnen. Die Partie im Carl-Benz-Stadion musste von Schiedsrichter Tobias Welz für 20 Minuten unterbrochen werden, weil im FCK-Block immer wieder Pyrotechnik abgebrannt wurde. Schon in der Halbzeitpause hatten knapp 200 Mannheimer, die den Block der Kaiserslauterer stürmen wollten, die Polizei attackiert. Auch nach der Begegnung kam es rund um das Stadion zu heftigen Auseinandersetzungen. Es waren die schwersten Ausschreitungen seit Februar 2007, als am Rande des Spiels 1. FC Lok Leipzig gegen Erzgebirge Aue II 44 Menschen verletzt wurden. In Mannheim trugen acht Polizisten leichtere Blessuren davon. Es gab 36 vorübergehende Festnahmen und Sachschäden, die auf rund 50 000 Euro geschätzt werden.

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Waldhof-Trainer Walter Pradt hatte Schiedsrichter Welz kurz vor Schluss wiederholt auf gezündete Pyrotechnik im FCK-Block aufmerksam gemacht: "Es war erkennbar, dass er mit aller Gewalt das Spiel beenden wollte. Das ganze Drumherum war absehbar. Dieser Situation kann kein Verein und keine Polizei gerecht werden, wenn der Verband mit der Terminierung eines so brisanten Spiels so blauäugig ist. Das sind Kriminelle." Unter den Randalierern sollen sich auch Anhänger des VfB Stuttgart und Karlsruher SC befunden haben. Vom DFB, der eigens einen Sicherheitsbeauftragten entsendete, gab es gestern keine Stellungnahme. Wie ein DFB-Sprecher bestätigte, wird das Spiel bei Schalke 04 II am Samstag unverändert in Wanne-Eickel stattfinden.

Der nächste Ärger könnte dem SV Waldhof schon bald ins Haus stehen. Am 18. Oktober treffen SVW und FCK in der A-Jugend-Bundesliga am Alsenweg aufeinander. Über eine Verlegung wird nachgedacht.

Quelle: Mannheimer Morgen vom 02.09.09



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