SVW-LRA110201

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SV Waldhof - LR Ahlen 0:3


Eigentlich soll die Pressekonferenz nach dem Abpfiff den beiden Trainern Gelegenheit geben, Gründe für Sieg und Niederlage darzulegen oder ein bisschen über Fußball zu philosophieren. Doch nach dem 0:3 (0:0) des SV Waldhof gegen Aufsteiger LR Ahlen stand gestern Nachmittag weniger die Leistung der 22 Sportler zur Debatte. Stattdessen übten Uwe Rapolder und sein Gegenüber aus Ahlen einen bemerkenswerten Schulterschluss in Richtung des 23. Manns. "Nach diesem Spielverlauf erübrigt sich eine Spielanalyse. Wir benötigten eigenartige Entscheidungen des Schiedsrichters, um die drei Punkte zu holen", war Peter Neururer, die Lust aufs Fabulieren vergangen. Auch von Glückwünschen wollte der LR-Coach nichts hören.

"Eigenartige Entscheidungen" - damit meinte Neururer vor allem die zwei Platzverweise gegen Lamine Cissé (31.), der sich von Hamann befreite, als der ihm in Erwartung eines Eckballs auf die Zehen trat, und die Ampelkarte gegen Vilmar Santos (42.). Zwar war die erste Verwarnung des Brasilianers für ein sinnloses Foul am Anspielkreis berechtigt, doch der vergleichsweise harmlose Rempler gegen Gaißmayer hatte fatale Folgen. Wieder zückte Bundesliga-Referee Michael Weiner reflexartig den Karton und bewies damit ein Fingerspitzengefühl wie beim Mikado spielen mit Lammfellhandschuhen. Erst als die Karte wieder in die Hemdtasche sollte, merkte der übermotivierte Unparteiische, was zu tun war: Gelb-Rot für Santos.

Selbst, dass die Waldhof-Elf mit nur acht Feldspielern anfangs der zweiten Halbzeit immer noch die besseren Szenen als Ahlen hatte und mit dem von Skela kläglich vergebenen Konzessions-Elfmeter sogar die Chance zur Führung hatte, wollte SVW- Trainer Uwe Rapolder nach dem Spiel nicht diskutieren. "Das ist doch gar nicht das Thema. Die zwei Platzverweise kosteten drei Punkte und zunächst auch unsere Ambitionen nach oben. Durch so etwas wird die Arbeit von Monaten kaputt gemacht", zeigte sich der Sportchef mächtig angeschlagen. Und dass er nach den beiden Platzverweisen trotz der lautstarken Intervention von Kollege Neururer bereits zum vierten Mal in dieser Saison die Bank verlassen musste, brachte den 42-Jährigen ebenfalls zum Nachdenken. "Wenn ich eine Reizfigur bin oder der SV Waldhof ein Problem ist, müssen wir das ausräumen", sollen die nun anstehenden Verfahren dazu benutzt werden, die Kartenflut zu thematisieren. Immerhin kassierten neben den beiden Rot-Sündern noch vier weitere Mannheimer Gelb, Vata und Boukadida sind damit für das Spiel gegen Hannover ebenfalls gesperrt und in der Fair Play-Wertung ist der SVW ohnehin schon lange abgeschlagen. "Wir haben schon doppelt so viel Minuspunkte wie der Durschnittswert der Mannschaften. Da kann doch etwas nicht stimmen", so Rapolder.

"Hetzjagd" (Geschäftsführer Dieter Dollmann) oder Klopper-Truppe? Die Antwort liegt wohl zwischen diesen Extremen. Auch der zweifache Ahlener Torschütze Marcus Feinbier (67./90.), der mit Marc Arnold (83.) die zweite Heimniederlage des SVW perfekt machte, wollte den Blau-Schwarzen jedenfalls kein überhartes Spiel attestieren: "Waldhof spielt robust und wenn man hart einsteigt, muss man die Konsequenzen tragen. Nächste Woche sind vielleicht wir dran." Den Sieg machte Feinbier schließlich daran fest, sich die Routiniers von LR Ahlen weder von den aufgebrachten 8000 Fans noch vom überdrehten Unparteiischen aus der Ruhe bringen ließen - im Gegensatz zum SVW.

Zwar war auch Waldhofs David Montero nicht gut auf die Gelbsucht des Referees und die "Schauspielerei" beim Gegner zu sprechen, doch der Mittelfeldmotor ging das Thema letztendlich etwas differenzierter an: "Vielleicht lassen wir uns manchmal wirklich zu leicht vom Schiri und vom Gegner provozieren." Schließlich wären zumindest die Gelb-Sperren mit etwas mehr Besonnenheit zu vermeiden gewesen.

Quelle: Mannheimer Morgen vom 12.02.01



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