Theo Zwanziger

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Theo Zwanziger

Theo Zwanziger (* 6. Juni 1945 in Altendiez) ist ein deutscher Sportfunktionär, Jurist und Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB).

Schulische Laufbahn

Theo Zwanziger besuchte die Tilemannschule (Gymnasium) in Limburg an der Lahn und legte dort 1965 sein Abitur ab.

Laufbahn als Fußballfunktionär

Bis 1975 spielte er selbst beim VfL Altendiez und war anschließend Vorstandsmitglied des kleinen Vereins, dem er heute noch angehört. Weitere Stationen waren der Vorsitz des Fußballverbands Rheinland sowie ab 1992 der DFB-Vorstand, wo er zwischen 2001 und 2004 den Posten des Schatzmeisters inne hatte. Innerhalb des Organisationskomitees für die WM 2006 war Zwanziger seit 2003 als Vizepräsident für Finanzen, Personal und Recht zuständig.

Am 6. Juli 2004 erklärte er, bei der nächsten Wahl zum Vorsitzenden des DFB gegen Gerhard Mayer-Vorfelder anzutreten. Um eine Kampfabstimmung zwei Jahre vor der WM zu verhindern, einigte man sich am 9. Juli 2004 auf eine Doppelspitze, die am 23. Oktober 2004 auf dem 38. DFB-Bundestag in Osnabrück beschlossen wurde. Mayer-Vorfelder wurde dort als Präsident und Zwanziger als geschäftsführender Präsident gewählt; die Aufgabenbereiche wurden zwischen beiden aufgeteilt. Schon vor der Wahl sagte Mayer-Vorfelder intern zu, bei einem außerordentlichen DFB-Bundestag 2006 nicht erneut zu kandidieren. Auf diesem wurde Zwanziger am 8. September 2006 einstimmig zum (alleinigen) Präsidenten gewählt.

Theo Zwanziger hat sich als Botschafter für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung in Deutschland engagiert.

Berufliche Karriere

Die Berufslaufbahn des Juristen begann 1965 als Steuerinspektor, später war er in der Verwaltung des Westerwaldkreises in Montabaur beschäftigt und promovierte 1978 an der Universität Mainz im Steuer- und Verfassungsrecht. 1985 bis 1987 gehörte er als CDU-Abgeordneter dem rheinland-pfälzischen Landtag an. Von 1987 bis 1991 fungierte er als Regierungspräsident des ehemaligen rheinland-pfälzischen Regierungsbezirks Koblenz und schließlich als Verwaltungsrichter beim Abgabensenat des Oberverwaltungsgerichts Koblenz. 1991 gründete Zwanziger eine Anwaltskanzlei in Jena und später eine zweite in Altendiez.

Auszeichnungen

Seit Juli 2005 ist Zwanziger Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Am 19. Juni 2008 erhielt Zwanziger neben Philipp Lahm und der Sportwissenschaftlerin Tanja Walther den Tolerantia-Preis der Maneo für seinen „besonderen und herausragenden Einsatz gegen Intoleranz und Homophobie im Breitensport, hier insbesondere im Fußballsport“.[1]

Im November 2008 wurde Zwanziger vom Verein „Gegen Vergessen - Für Demokratie“ mit dem gleichnamigen Preis ausgezeichnet. Die Vereinigung würdigt damit Zwanzigers Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rechtsextremismus sowie seine Auseinandersetzung mit der Geschichte des DFB im Nationalsozialismus. Die Laudatio hielt der Intendant des ZDF, Markus Schächter.[2]

Familie

Theo Zwanziger ist verheiratet und hat zwei Söhne. Sohn Ralf Zwanziger ist bei der TSG 1899 Hoffenheim Manager für den Frauen-Fußball.

Prozess gegen Jens Weinreich

Den Sportjournalist Jens Weinreich, der ihn wegen seiner Kritik an einer Entscheidung des Bundeskartellamts und am Bosman-Urteil als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet hatte, verklagte Theo Zwanziger vor dem Landgericht Berlin auf die Abgabe einer Unterlassungserklärung. Das Landgericht und das Kammergericht Berlin haben dieses Unterlassungsbegehren und den Antrag auf einstweilige Verfügung abgewiesen.[3] Durch die nachfolgende Androhung einer Klage in Koblenz und eine die beiden Beschlüsse verschweigende Presseerklärung des DFB wurde der Vorgang von einigen der wichtigsten deutschen Medien (unter anderem Süddeutsche Zeitung, Die Welt und Frankfurter Rundschau), in Internetblogs und seitens der großen Journalistenverbände aufgegriffen und kritisiert.[4] [5] [6]

Jens Weinreich erreichte am 25. November 2008 eine einstweilige Verfügung gegen den DFB, Harald Stenger und Wolfgang Niersbach, die dem DFB die Verbreitung von Teilen der Pressemitteilung des DFB untersagte.[7]. In der Folge trat Zwanziger von seiner Darstellung zurück, die juristische Auseinandersetzung um die Bezeichnung als "unglaublicher Demagoge" sei beendet, und ließ über den DFB ein Hauptsacheverfahren ankündigen.[8]

Quellen

Weblinks

en:Theo Zwanziger sv:Theo Zwanziger



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