UEFA Intertoto Cup

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Der UEFA Intertoto Cup, meist kurz als „UI-Cup“ bezeichnet, ist ein Fußball-Europapokal-Wettbewerb für Vereine, die in der lokalen Meisterschaftsaison die direkte Qualifikation für den UEFA-Pokal knapp verpasst haben. Diese Klubs erhalten über den UI-Cup die Möglichkeit, doch noch am UEFA-Pokal teilzunehmen. Auf Grund dieser letzten Chance wird er umgangssprachlich auch „Strohhalm-Cup“, „Trost-Cup“ oder „Cup der guten Hoffnung“ genannt.

Modus

Ab der Saison 2006/07 erhält jeder der aktuell 53 Mitgliedsverbände der UEFA genau einen Startplatz. Sollte ein Verband seinen Vertreter zurückziehen, kann der Platz von der UEFA an einen anderen Verband vergeben werden. In der Saison 2007/2008 stellen Schottland, Norwegen, Liechtenstein und San Marino keine Teilnehmer. Rumänien stellt zwei Teilnehmer, sodass sich ein Teilnehmerfeld von 50 Mannschaften ergibt. Es werden drei K.-o.-Runden auf Basis von Hin- und Rückspiel ausgetragen. In der ersten Runde spielen 27 Vereine aus der unteren Hälfte der UEFA-Fünfjahreswertung sowie ein Vertreter Rumäniens. Die 14 Sieger und die Vertreter der 14 nächsthöheren Verbände treffen in der 2. Runde aufeinander. Die an Top 8 gesetzten Verbände schicken ihre Vertreter direkt in die 3. Runde. Aus diesen und den 14 Siegern der 2. Runde werden elf Paarungen ausgelost. Die siegreichen Teams der dritten Runde steigen in die zweite Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals ein. Sieger des Pokals wird seit 2006 diejenige Mannschaft, die im darauffolgenden UEFA-Pokal die meisten Runden bestreitet.

Nationale Qualifikation

Die Mannschaft, die den Tabellenplatz direkt hinter dem Platz für die direkte UEFA-Pokal-Qualifikation belegt, ist im UI-Cup startberechtigt. Sollte die entsprechende Mannschaft sich nicht für den Wettbewerb anmelden, rückt der Nächstplatzierte nach.

Geschichte

Bis 1994

Der Intertoto-Cup wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um in der fußballlosen Sommerzeit Spiele für die nationalen Toto-Gesellschaften anbieten zu können. Ideengeber war Karl Rappan, ehemaliger österreichischer Nationalspieler und langjähriger Fußballtrainer in der Schweiz. Zunächst verweigerte jedoch die UEFA dem Intertoto-Cup die Anerkennung.

Erst 1961 erhielt der Wettbewerb die Zustimmung von der UEFA und hieß ab da International Football Cup (IFC). Der Wettbewerb erstreckte sich nun über die gesamte Saison, im Anschluss an eine Gruppenphase wurde der Turniersieger durch Play-off-Spiele ermittelt.

1967 wurden die Play-offs wegen Terminschwierigkeiten wieder abgeschafft. Bis 1994 bestand der IFC dann nur noch aus den Gruppenspielen, die im Sommer stattfanden.

1995 bis 2005

1995 wurde aus dem IFC der UEFA-Intertoto-Cup und ist seit diesem Zeitpunkt ein offizieller UEFA-Wettbewerb. Im Zuge dessen wurden die Gruppenspiele um Finalspiele ergänzt, in denen sich die drei Sieger (1995 waren es nur zwei) für die erste Runde des UEFA-Pokals qualifizieren konnten.

Im Jahre 1998 schließlich wurde die Gruppenphase abgeschafft. Seit dieser Zeit wurden die Sieger im Pokalmodus (der Sieger qualifiziert sich für die nächste Runde, der Verlierer scheidet aus) nach fünf Runden mit Hin- und Rückspiel ermittelt. Insgesamt nahmen pro Saison 61 Mannschaften aus dem europäischen Vereinsfußball teil. Die stärkeren Mannschaften wurden direkt für die zweite oder dritte Runde gesetzt. Nach der fünften Runde standen drei Sieger fest, welche sich für den UEFA-Pokal qualifizieren.

Der 1995 durch den UI-Cup qualifizierte Verein Girondins Bordeaux erreichte sogar das Finale des UEFA-Pokals.

Geschichte deutscher Teams im UI-Cup

Bis zur Saison 2004/05 erhielt Deutschland zwei, drei oder vier Startplätze. Die Vereine, die am Ende der Saison auf Platz sechs, sieben und acht (ggf. neun) der Tabelle der Fußball-Bundesliga landeten, waren für den UI-Cup qualifiziert. Deutsche Mannschaften stiegen aufgrund der hohen Platzierung Deutschlands in der UEFA-Fünfjahreswertung erst ab der zweiten oder dritten Runde des UI-Cup-Wettbewerbs ein. Seit der Saison 2006/07 erhält jeder Verband nur noch einen Startplatz, für die Sieger der dritten Runde geht es in der UEFA-Cup-Qualifikation weiter.

Die deutschen Teilnehmer der letzten Jahre:

  • 2000 meldeten sich VfL Wolfsburg und der VfB Stuttgart für den UI-Cup. Die Vereine belegten in der Saison 1999/2000 die Plätze sieben und acht in der Liga. Der VfB Stuttgart gewann, und qualifizierte sich somit für den UEFA-Pokal. Der VfL Wolfsburg konnte sich nicht durchsetzen.
  • 2001 waren es Werder Bremen, VfL Wolfsburg und 1860 München. Die Vereine belegten am Ende der Saison in der Meisterschaft zwar nur die Plätze sieben, neun und elf, da sich jedoch der 1. FC Kaiserslautern (Achter) und der 1. FC Köln (Zehnter) nicht für den UI-Cup gemeldet hatten, konnten die Vereine nachrücken. Die Vereine bis Platz sechs starteten in der Champions League (Platz 1–2), Champions League-Qualifikation (3-4) und im UEFA-Pokal (5–6).
  • 2002 hatte die Bundesliga aufgrund der UEFA-Fünfjahreswertung noch einen direkten UEFA-Pokal-Platz mehr und nur zwei Vereine (Platz sieben und acht) durften in den UI-Cup. Es waren Stuttgart und Kaiserslautern. Der VfB gewann den Wettbewerb und qualifizierte sich für den UEFA-Pokal.
  • 2003 stiegen SV Werder Bremen, der FC Schalke 04 und VfL Wolfsburg (Platz sechs bis acht) in der dritten Runde des UI-Cup-Wettbewerbs ein, weil Deutschland im Vorjahr in der UEFA-Wertung herabgestuft worden war.
  • 2004 waren Borussia Dortmund (in der 3. Runde ausgeschieden), der FC Schalke 04 (einer der drei Sieger) und Hamburger SV (im Halbfinale ausgeschieden) (jeweils Einstieg in der dritten Runde des UI-Cups) und VfL Wolfsburg (Einstieg in der 2. Runde und gleich gegen FC Thun ausgeschieden) von den Bundesliga-Plätzen sechs bis zehn der Tabelle für den UI-Cup qualifiziert. Wolfsburg kam als Zehnter in den UI-Cup, weil Hansa Rostock (Neunter) verzichtete. Die DFL hatte sich im Jahr 2004 erfolgreich auf einen durch den Verzicht des italienischen Fußballverbandes zusätzlich frei gewordenen Platz beworben und stellte deshalb vier Teilnehmer.
  • 2005 nahmen Borussia Dortmund (in der 3. Runde eingestiegen und gleich ausgeschieden), Hamburger SV (ab der dritten Runde) und VfL Wolfsburg (ab der zweiten Runde) am Wettbewerb teil, Wolfsburg rückte als Tabellenneunter erneut nach, da der Sechste Bayer 04 Leverkusen bereits für den UEFA-Pokal qualifiziert war (die Pokalfinalteilnehmer FC Bayern München und FC Schalke 04 waren für die Champions League qualifiziert).
  • 2006 nahm Hertha BSC teil (in der 3. Runde eingestiegen und gewonnen, damit die zweite Runde der UEFA-Cup-Qualifikation erreicht.)
  • 2007 qualifizierte sich der Hamburger SV (in der 3. Runde eingestiegen und gewonnen, damit die zweite Runde der UEFA-Cup-Qualifikation erreicht.)

Sieger

IFC

Jahr Sieger
1962 Ajax Amsterdam
1963 Slovan Bratislava
1964 Slovan Bratislava
1965 Polonia Bytom
1966 1. FC Lokomotive Leipzig
1967 Eintracht Frankfurt

UI-Cup

Jahr Sieger
UI-Cup 1995 Girondins Bordeaux, Racing Straßburg
UI-Cup 1996 Karlsruher SC, EA Guingamp, Silkeborg IF
UI-Cup 1997 AJ Auxerre, SC Bastia, Olympique Lyon
UI-Cup 1998 FC Bologna, FC Valencia, SV Werder Bremen
UI-Cup 1999 Juventus Turin, Montpellier HSC , West Ham United
UI-Cup 2000 Celta Vigo, VfB Stuttgart, Udinese Calcio
UI-Cup 2001 Aston Villa, Paris Saint-Germain, ES Troyes AC
UI-Cup 2002 FC Fulham, FC Málaga, VfB Stuttgart
UI-Cup 2003 AC Perugia, FC Schalke 04, FC Villarreal
UI-Cup 2004 OSC Lille, FC Schalke 04, FC Villarreal
UI-Cup 2005 Hamburger SV, RC Lens, Olympique Marseille
UI-Cup 2006 Kayserispor, AJ Auxerre, NK Maribor, Ethnikos Achnas, Grasshoppers Zürich, Olympique Marseille, SV Ried, Hertha BSC, Odense BK, Newcastle United, FC Twente Enschede
UI-Cup 2007 União Leiria, Sampdoria Genua, Atlético Madrid, Oţelul Galaţi, Tobol Qostanai, Hamburger SV, RC Lens, Rapid Wien, Blackburn Rovers, Hammarby IF, Aalborg BK

Seit 2006 wird diejenige Mannschaft UI-Cup-Sieger, die im UEFA-Cup am weitesten kommt. Die Sieger werden deshalb fett gedruckt dargestellt.

nach Ländern

  • Frankreich (15)
  • Deutschland (10)
  • Spanien (6)
  • England, Italien (je 5)
  • Dänemark (3)
  • Niederlande, Tschechoslowakei, Österreich (je 2)
  • Kasachstan, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Schweden, Slowenien, Türkei, Zypern (je 1)

Weblinks

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