Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine

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Der Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine (VMBV) war ein regionaler Fußballverband, der ungefähr die heutigen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen umfasste. Der VMBV wurde am 26 Dezember 1900 in Leipzig durch 13 Vereine gegründet. Die Gründungsversammlung erfolgte auf die Initiative des Verbandes Leipziger Ballspiel-Vereine. Das Verbandsgebiet wurde in Gaue eingeteilt.

In der Saison 1901/02 organisierte der Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine nur den Spielbetrieb in Leipzig und Dresden. Folglich fand auch das Finale um die Mitteldeutsche Meisterschaft zwischen deren beiden Meistern FC Wacker 1895 Leipzig und Dresdner SC 1898 statt, welches Wacker mit 6-3 gewann.

1905 ging auch der Verband Magdeburger Ballspiel-Vereine im VMBV auf. Magdeburgs Meister nahm zwar bereits ab der Saison 1902/03 an der Endrunde um die Mitteldeutsche Meisterschaft teil, war aber auch gleichzeitig automatisch für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Ebenfalls 1905 schlossen sich auch elf Thüringer Clubs dem Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine an. 1911 folgten auch die kleinen Thüringer Verbände, die ab 1905 gegründet wurden.

Durch den Beitritt immer neuer Vereine wurden die Grenzen der einzelnen Gaue mehrfach verändert und angepasst. Die Vereine aus Halle beispielsweise gehörten erst dem Gau Nordwestsachsen (Leipzig und Umgebung) an, bildeten aber ab der Saison 1907/08 mit Vereinen aus der Umgebung den Saalegau. In der Saison 1913/14 war das Verbandsgebiet des VMBV bereits in 20 Gaue eingeteilt. In den 1920-er Jahren wuchs die Anzahl der Gau auf 27 an, in der Saison 1927/28 selbst auf 28. Eine völlige Verwässerung des spielerischen Niveaus war die Folge. Hohe, teilweise selbst zweistellige Resultate in den Endrunden um die Mitteldeutsche Meisterschaft zeugten von den Klassenunterschieden in den verschiedenen Ligen. Ab der Saison 1926/27 wurde neben der Meisterschaft auch noch ein Verbandspokal ausgespielt.

Die Auswahlmannschaft des VMBV gewann in der Saison 1908/09 den erstmals ausgespielten Kronprinzenpokal und konnte den Erfolg 1920/21 sowie 1926/27 in dem in Bundespokal umbenannten Wettbewerb wiederholen.

Mit der Gleichschaltung unter dem Nationalsozialismus wurde der Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine 1933 aufgelöst und die Gauligen als höchste Spielklasse eingeführt.


Meister des Verbandes Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine

  • 1903/04:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1905/06:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1906/07:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1907/08:
    • Meister: FC Wacker 1895 Leipzig
  • 1909/10:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1910/11:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1912/13:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1913/14:
    • Meister: SpVgg. 1899 Leipzig
  • 1914/15:
    • Meister: keine Meisterschaft ausgetragen
  • 1917/18:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1918/19:
    • Meister: Hallescher FC 1896
  • 1919/20:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1921/22:
    • Meister: SpVgg. 1899 Leipzig
  • 1923/24:
    • Meister: SpVgg. 1893 Leipzig
  • 1924/25:
    • Meister: VfB 1893 Leipzig
  • 1925/26:
    • Meister: Dresdner SC 1898
  • 1927/28:
    • Meister: FC Wacker 1900 Halle
    • Pokalsieger: Dresdner SC 1898
  • 1928/29:
    • Meister: Dresdner SC 1898
    • Pokalsieger: FC Wacker 1895 Leipzig
  • 1929/30:
    • Meister: Dresdner SC 1898
    • Pokalsieger: VfB 1893 Leipzig
  • 1930/31:
    • Meister: Dresdner SC 1898
    • Pokalsieger: SpVgg. 1899 Leipzig
  • 1932/33:
    • Meister: Dresdner SC 1898
    • Pokalsieger: Dresdner SC 1898

Siehe auch



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