Westdeutscher Spiel-Verband

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Der Rheinische Spiel-Verband (RSV) war der regionale Fußballverband für den Westen des ehemaligen Deutschen Reiches. Der RSV wurde am 23. Oktober 1898 in Düsseldorf gegründet, um einen regelmäßigeren Spielbetrieb möglich zu machen. Die neuen Gründungsvereine waren die SpAbt. des Bonner TV 1860, SpAbt. des Cölner TV 1843, Dortmunder FC 1895, Duisburger TV 1848, SpAbt. der TG Düren, SpAbt. des Düsseldorfer TV 1847, Hochfelder TV, FC 1894 München-Gladbach und FC München-Gladbach Rheydt.

Am 21. November 1900 wurde der RSV in Rheinisch-Westfälischer Spiel-Verband (RWSV) umbenannt.

Obwohl in Berlin, Hamburg/Altona, Leipzig sowie in den angrenzenden Niederlanden und Belgien bereits Meisterschaften ausgetragen wurden, verlief die Entwicklung im RWSV in den ersten Jahren recht langsam und schleppend. Erst in der Saison 1902/03 wurden drei Bezirke gebildet und der Punktspielbetrieb aufgenommen. Der Bezirk I umfasste die Städte Cöln/Bonn, Bezirk II Düsseldorf/München-Gladbach Rheydt/Crefeld/Solingen/Velbert und Bezirk III Essen/Duisburg/Gelsenkirchen/Dortmund/Bottrop. Gespielt wurde in drei Klassen. 1902/03 wurde auch die erste westdeutsche Meisterschaft ausgetragen, die der Cölner FC 1899 in der ersten Klasse gewann.

Mit zunehmender Anzahl von Mitgliedsvereinen wurde in den Folgejahren die Anzahl der Bezirke erweitert. 1906 traten die Casseler Vereine dem RSV bei, die vorher Mitglied im Norddeutschen Fußball-Verband waren. Nach dem Beitritt von Vereinen aus dem Raum Osnabrück, Gießen, Marburg, Wetzlar und Dillenburg erfolgte am 12. Mai 1907 die Umbenennung des RWSV in Westdeutscher Spiel-Verband (WSV). Das Verbandsgebiet umfasste schließlich das heutige Bundesland Nordrhein-Westfalen, den Großraum Osnabrück bis an die niederländische Grenze, den Großraum Göttingen, den Großraum Cassel, Fulda, Mittelhessen und den Großraum Coblenz. Zwischenzeitlich gab es auch Mitgliedsvereine aus dem heutigen Saarland und aus anderen Teilen des Rheinlandes. Im Zuge der endgültigen Festlegung der regionalen Verbandsgrenzen wurden diese Vereine dem Verband Süddeutscher Fußball-Vereine zugeschlagen.

Nur wenige Jahre nach Beginn der Meisterschaftsspiele im Westen wurden die Austragung von Punktspiele immer wieder zur Diskussion gestellt. Kritiker forderten die Abschaffung der Meisterschaftsspiele, weil diese angeblich zu hart geführt wurden und die Rückkehr zu den Freundschaftsspielen in den Anfangsjahren. Für die Saison 1909/10 führte der WSV die Ligaklasse als höchste Spielklasse für seinen Verbandsbereich an. Dennoch musste der Meister der Ligaklasse gegen den in einer Ausscheidungsrunde ermittelten Meister der lokalen A1-Klassen ein Finale um die westdeutsche Meisterschaft bestreiten. Nach nur vier Jahren wurde die Ligaklasse wieder abgeschafft, was einen deutlichen sportlichen Rückschritt bedeutete.

Bis zur Einführung der Gauligen durch die Nazis im Jahre 1933 gab es ständig neue Reformen der Spielklassen, die aber zu keiner Steigerung des Spielniveaus führten. Die Ausdehnung der Saison über zwei Jahre in den Spielzeiten 1922/24 und 1924/26 war ein einmaliger Extremfall im deutschen Fußball. 1934 wurde der Westdeutsche Spiel-Verband aufgelöst.

Meister des Rheinisch-Westfälischen Spiel-Verbandes

  • Saison 1902/03:
    • Meister 1. Klasse: Cölner FC 1899
    • Meister 2. Klasse: VfvB 1900 Ruhrort
    • Meister 3. Klasse: Düsseldorfer FC 1899 II
  • Saison 1903/04:
    • Meister 1. Klasse: Duisburger SpV
    • Meister 2. Klasse: Crefelder FC 1895 II
    • Meister 3. Klasse: Duisburger SpV. 1900 III
  • Saison 1904/05:
    • Meister 1. Klasse: Duisburger SpV
    • Meister 2. Klasse: VfvB 1900 Ruhrort oder FC 1894 München-Gladbach II
    • Meister 3. Klasse: FC Borussia 1900 München-Gladbach
  • Saison 1905/06:
    • Meister 1. Klasse: Cölner FC 1899
    • Meister 2. Klasse: FC Germania 1899 Düren (letzte westdeutsche Meisterschaft der 2. Klasse)
    • Meister 3. Klasse: FC 1894 München-Gladbach III (letzte westdeutsche Meisterschaft der 3. Klasse)
  • Saison 1906/07:
    • Meister: Düsseldorfer FC 1899

Meister des Westdeutschen Spiel-Verbandes

  • Saison 1907/08:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1908/09:
    • Meister: FC 1894 München-Gladbach
  • Saison 1909/10:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1910/11:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1911/12:
    • Meister: Cölner BC 1901
  • Saison 1912/13:
    • Meister: Duisburger SpV (zum Meister bestimmt)
  • Saison 1913/14:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1914/15:
    • Meister: während des 1. Weltkrieges wurde keine WSV Meisterschaft ausgetragen
  • Saison 1915/16:
    • Meister: während des 1. Weltkrieges wurde keine WSV Meisterschaft ausgetragen
  • Saison 1916/17:
    • Meister: während des 1. Weltkrieges wurde keine WSV Meisterschaft ausgetragen
  • Saison 1917/18:
    • Meister: während des 1. Weltkrieges wurde keine WSV Meisterschaft ausgetragen
  • Saison 1918/19:
    • Meister: während des 1. Weltkrieges wurde keine WSV Meisterschaft ausgetragen
  • Saison 1919/20:
    • Meister: VfTuR 1889 München-Gladbach
  • Saison 1920/21:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1921/22:
    • Meister: TG Arminia Bielefeld 1848
  • Saison 1922/23:
    • Meister: 1. FC Arminia 1905 Bielefeld
  • Saison 1923/24:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1924/25:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1925/26:
    • Meister: VfR rrh Cöln
  • Saison 1926/27:
    • Meister: Duisburger SpV
  • Saison 1927/28:
    • Meister: SpVgg. Sülz 07
  • Saison 1928/29:
    • Meister: FC Schalke 04
  • Saison 1929/30:
    • Meister: FC Schalke 04
  • Saison 1930/31:
    • Meister: TSV Fortuna 1895 Düsseldorf
  • Saison 1931/32:
    • Meister: FC Schalke 04
    • Pokal: VfL Benrath 1906
  • Saison 1932/33:
    • Meister: FC Schalke 04
    • Pokal: VfL Benrath 1906

Siehe auch



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