Wilhelm Grüber

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Wilhelm Grüber jr. (* 30. März 1948 in Schriesheim (71 Jahre), † 1. Mai 2002 in Mannheim ) ist ein ehemaliger Präsident des SV Waldhof.

Biografie

Er war gelernter Weinhandelskaufmann. Neben dem Hotel Krone in Großschachen betrieb er eine Rinderzucht in Nieder-Mumbach. 1998 erhielt er seine größte Auszeichnung: Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Vom SV Waldhof wurden ihm alle Auszeichnungen des Vereins zu Teil. Wilhelm Grüber war einer von nur acht Trägern des Ehrenring in Gold mit Brillant .

Grüber war vom 30. September 1977 bis zum 31.5.1994 Präsident des SV Waldhof Mannheim. Danach wurde er zum Ehrenpräsidenten des Vereins ernannt.

Wilhelm Grüber (l.) mit Klaus Schlappner

Am 1.August 1972 wurde der Hotelier Mitglied beim Mannheimer Traditionsverein. Präsident war damals Dr.Helmut Burger. Als dieser nach vier zumindest sportlich erfolgreichen Jahren nicht mehr kandidierte, wurde Carlo von Opel am 4.5.1974 dessen Nachfolger. Präsidiumsmitglied für Geschäftsführung wurde der erst 26-jährige Wilhelm Grüber. 1977 zog sich Carlo von Opel ins zweite Glied zurück, blieb dem Verein allerdings als Präsidiumsmitglied weiterhin erhalten.

Am 30. September 1977 wurde Wilhelm Grüber zum Präsidenten des damaligen SV Chio Waldhof 07 gewählt. Mit gerade 29 Jahren war er jüngster Präsident im bezahlten Fussball. Neu im Präsidium war auch Richard Wirth, der für den sportlichen Bereich zuständig war. Bereits seit 1975 war Walter Klos im Vorstand für Finanzen verantwortlich.

1978 komplettierte Manfred Göth das Präsidium der Blau-Schwarzen. Alle sollten die komplette Grüber-Ära im Vorstand verbleiben und für Kontinuität sorgen. Weitere Präsidiumsmitglieder zu Beginn der Grüber-Präsidentschaft waren Heinz Wetzel, Arthur Fieger, sowie Grüber-Vorgänger Carlo von Opel und dessen Prokorist Willi Schwab.

Die erste Saison unter dem neuen Präsidenten wurde Mannheim Achter. 1979 konnte man jedoch erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt sichern, so wie in der darauffolgenden Saison auch. Im März 1980 trat Georg Gawliczek aus gesundheitlichen Gründen nach zweieinhalb Jahren vom Traineramt der Waldhöfer zurück. Bis zum Ende der Saison saß Klaus Sinn auf der Bank der Blau-Schwarzen. Da er jedoch nicht im Besitz des A-Trainerscheins war, mußte man einen neuen Trainer verpflichten. Es sollte Klaus Schlappner, Elektromeister aus Biblis werden. Er unterschrieb am 2.Mai 1980 einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag, nachdem man sich eine Woche vorher in Wilhelm Grübers Hotel Krone in Großsachsen zusammen mit Richard Wirth und Manfred Göth getroffen hatte.

Schlappi hatte 1980 die DFB-Lizenz für alle Fussball-Ligen erhalten. Im gleichen Jahr wird die A-Jugend durch einen 2:1 Sieg in Oberhausen gegen Schalke überraschend Deutscher A-Jugend-Meister. Uwe Rahn wechselte für 350 000 DM Ablösesumme auf den Bökelberg nach Mönchengladbach, ein dringend benötigter Geldregen. Auch Schlappis-Trainereinstand ließ gutes erahnen. Ein 5:0 gegen den FC Freiburg. Am Ende der Saison war Waldhof auf Platz Sechs. Obwohl in der Gesamtabrechnung auch die vorhergehenden beiden Runden gewertet wurden, war der SVW für die eingleisige zweite Liga qualifiziert. Diese beendete man auf einem respektablen sechsten Platz. Nur zwei Punkte fehlten auf den Dritten Kickers Offenbach.

1982 gewann der SVW auch die damalige Nachwuchsrunde des DFB und erhielt den Adi-Dassler-Pokal. Im Endspiel besiegte man Borussia Mönchengladbach mit 2:0. In der Saison 82/83 blieb Waldhof 22mal ungeschlagen. Es sollte am Ende reichen für den Aufstieg in die Bundesliga. Wilhelm Grüber war nun mit 35 Jahren jüngster Bundesliga-Präsident und der Verein erhielt die Lizenz ohne Auflagen, obwohl in Mannheim kein erstligataugliches Stadion zur Verfügung stand. Waldhof spielte ab sofort im Südweststadion in Ludwigshafen. Das erste Bundesligajahr beendeten die Mannheimer mit einer jungen Mannschaft auf dem elften Platz. 26000 Zuschauern kamen im Schnitt zu den Heimspielen, das Fassungsvermögen des Südweststadion musste teilweise mit Zusatztribühnen erweitert werden. Das folgende Jahr sollte zum erfolgreichsten während der Bundesligazugehörigkeit werden. Unter anderen gewann man pünktlich zum Oktoberfest beim verlustpunktfreien Tabellenführer FC Bayern München mit 2:1. Erst am letzten Spieltag verspielte man durch ein 1:2 bei Bayer 04 Leverkusen einen UEFA-Cup-Platz.

Der punktgleiche Hamburger SV durfte wegen dem besseren Torverhältnis durch Europa reisen. Trotz des sportlichen Erfolgs war der Zuschauerzuspruch rückläufig. Nur noch 19.735 Fans wollten im Schnitt die Heimspiele sehen. Grüber kämpfte vergeblich um ein Mannheimer Stadion. Immerhin wurde im Südwest-Stadion eine Flutlicht-Anlage installiert und man hoffte dadurch im folgenden Jahr auf einen besseren Zuspruch. Allerdings sank der Schnitt weiter auf 15 500. Waldhof wurde am Ende Achter mit 33:35 Punkten, im DFB-Pokal unterlag man erst im Halbfinale im Südweststadion dem FC Bayern München.

Die Saison 86/87 sollte die letzte von Klaus Schlappner bei Waldhof werden. Man wurde nur noch 14. Der Zuschauerschnitt sank weiter auf 14 235 und das letzte Spiel der Schlappner-Ära verfolgten gerade noch 6000 Zuschauer im Südweststadion. Durch die sinkenden Zuschauer-Einnahmen mußte sich Waldhof von Jürgen Kohler, Maurizio Gaudino und Fritz Walter trennen und erlöste so 5,6 Mio DM. Zudem beendete Günter Sebert seine Karriere und wurde Ehrenspielführer. Neuer Trainer bei den Kurpfälzern wurde der Österreicher Felix Latzke.

Erst in den Relegationsspielen konnte man im Jahr eins nach Schlappner die Klasse halten. Gegner war Schlappners neuer Verein: Darmstadt 98. Nachdem die Hessen das Hinspiel trotz 2:0 Pausenführung von Waldhof mit 3:2 gewannen, glichen die Waldhöfer im Rückspiel durch ein 2:1 aus. Ein entscheidendes drittes Spiel mußte die Entscheidung bringen. In Saarbrücken gewann der SVW glücklich im Elfmeterschießen und blieb erstklassig. Grüber kämpfte weiter für ein Mannheimer Bundesliga-Stadion. Nachdem sich der Gemeinderat zunächst dagegen ausgesprochen hatte, sammelte der SVW 12 000 Unterschriften. Das Thema musste erneut behandelt werden. Diesmal sprachen sich die Kommunalpolitiker für einen Umbau des alten Rhein-Neckar-Stadion aus. Bis dahin sollten jedoch weitere Jahre vergehen. Das sechste Bundesliga-Jahr stand zunächst unter keinem guten Stern. Nach 14 Spielen wurde Felix Latzke entlassen. Grüber setzte aus finanziellen Gründen auf Günter Sebert als neuen Trainer. Doch die ersten vier Spiele wurden alle verloren, besonders bitter die 0:4 Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern. Dennoch gelang der zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt.

Da der Zuschauerschnitt auf knapp über 13 000 absank und die Stadionmieten gestiegen sind, zog es Waldhof wieder über den Rhein. Die bislang letzte Bundeslig-Saison wurde am Alsenweg ausgetragen.Nach gutem Start und UEFA-Cup-Hoffnungen zur Mitte der Runde wurden die Mannheimer in der Rückrunde vom Verletzungspech gebeutelt und stiegen schließlich ab. Der bislang letzte Bundesliga-Sieg datiert vom 24.Februar 1990 mit einem 4:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Mit einem fast komplett neuen Kader ging es ins Unterhaus. Nur noch durchschnittlich 5720 Zuschauern wollten erleben, wie der SV Waldhof letztendlich siebter wurde.

1991/92 ging es schließlich mit einer zweigeteilten zweiten Liga weiter. Waldhof spielte um den Aufstieg, der zweite Platz in der Südgruppe reichte jedoch nicht. Nach einem zunächst durchwachsenem Start wurde das Waldhof-Urgestein Günter Sebert entlassen. Neuer Chef-Coach wurde Klaus Toppmöller. Ein Glücksgriff von Wilhelm Grüber. Waldhof spielte einen gepflegten Fussball, aber auch im folgenden Jahr wurde der Aufstieg knapp verpasst, es reichte nur für den undankbaren vierten Platz. Trost für Waldhof: Die Bauarbeiten am späteren Carl-Benz-Stadion haben begonnen. Am 30.März 1993 legte der Waldhof-Präsident den Grundstein für das CBS. Da Toppmöller nach Frankfurt wechselte, mußte wieder ein neuer Trainer gefunden werden. Jürgen Sundermann erwies sich schnell als personelle Fehlentscheidung und wurde nach nur sieben Spielen wieder entlassen. Co-Trainer Valentin Herr wurde zum Chef befördert. Im PR-Bereich wurde mit Horst Reber eine professionelle Neuverpflichtung getätigt.

Am 25.Februar 1994 war Grüber am Ziel seiner Träume angelangt. Das Carl-Benz-Stadion, für das Grüber kämpfte wie kein Zweiter wurde feierlich eingeweiht. Gegen Hertha BSC Berlin gab es vor 27 000 Zuschauern ein 2:2. Waldhof war am letzten Spieltag auf dem sechsten Platz. Der Vertrag von Valentin Herr wurde nicht verlängert, für ihn kam Uli Stielike.

Am 31.Mai 1994 legte Wilhelm Grüber das Präsidentenamt nieder. Mit knapp 17 Jahren war kein Präsident länger im Amt bei den Blau-Schwarzen. Auch Richard Wirth zog sich zurück. Am 1.Mai 2002 verstarb Wilhelm Grüber nach einem Besuch auf dem Maimarkt an Herzversagen. Bis zu seinem Tod war er dem SV Waldhof verbunden.



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